Es macht seit ein paar Tagen bereits die Runde in Dietenheim und Regglisweiler, sowie im Fußball-Bezirk Donau-Iller. Seit dem Wochenende steht nun endgültig fest, was die Spatzen bereits von den Dächern gezwitschert hatten: Die Fußballer des TSV Dietenheim beenden die Spielgemeinschaft mit dem TSV Regglisweiler zum 30. Juni 2019.

Auch intensive Gespräche mit Bürgermeister Christopher Eh und Gemeinderat Toni Endler, die sich für den Erhalt der SGM stark gemacht hatten, blieben letztlich erfolglos.

Die Gründe für die Dietenheimer liegen auf der Hand. Seit Beginn der Spielgemeinschaft im Jahr 2013 wurden von Regglisweiler Seite immer wieder kleinere und größere Nadelstiche gesetzt. Das letzte Ultimatum stellte man dem Partner im Sommer 2017, als gleich 12 D-Jugendspieler zusammen mit ihren Trainern zu den Sportfreunden Sießen wechselten, weil sie nicht zusammen mit den Dietenheimer Kickern als SGM spielen wollten. Das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen brachte nun die Entscheidung von sechs E-Jugendspielern, die ebenfalls zusammen mit ihrem Trainer zum SV Balzheim wechseln. Dabei wurden die Verantwortlichen vor vollendete Tatsachen gestellt. Es fanden weder Gespräche mit der Abteilungs- noch mit der Jugendleitung statt. Darüber hinaus sitzt im ständigen Gremium der Spielgemeinschaft nur noch ein Regglisweiler Vertreter.

Abteilungsleiter Manuel Merkle sieht in der gescheiterten Spielgemeinschaft auch eine persönliche Niederlage. „Seit fünf Jahren habe ich mich für dieses Konstrukt eingesetzt und bin auch heute noch davon überzeugt. Aber gegen all die noch vorhandenen Strömungen anzuschwimmen macht in der derzeitigen Situation keinen Sinn.“ Dabei spricht er vor allem die vielen Nebenkriegsplätze an, die durch den Weggang zu sehr viel Unruhe auch innerhalb der Abteilungsleitung geführt haben. „Bevor wir unsere bestehenden Strukturen dann auch noch zerfleischen, ist es besser, hier ein Ende zu setzen“, so Merkle weiter. Dabei sieht er sich keinesfalls als Totengräber des Regglisweiler Fußballs, der ansonsten bereits vor fünf Jahren, also vor dem Zusammenschluss zur SGM, in die Brüche gegangen wäre.

In erster Linie bedauert man auf Dietenheimer Seite vor allem diejenigen Helfer in Regglisweiler, die ebenfalls mit Herzblut sich für die Sache stark gemacht haben. Namentlich vor allem Rainer Marquart, der die Abteilung Fußball in Regglisweiler quasi als „one-man-Show“ geleitet hat.

Auf die Hinweise von Bürgermeister Eh im Hinblick auf die demographische Entwicklung in Dietenheim, dass man die beiden Stadteile zusammen für den Erhalt des Fußballs benötigt, haben die Regglisweiler, welche in den vergangenen fünf Jahren den Verein geschlossen zu Nachbarvereinen verließen, selbst entkräftigt. Diese Jungs wollen, aus welchen Gründen auch immer, nicht beim gemeinsamen Aufbau beteiligt sein.

Nun also ist im Juni 2019 das Kapitel Spielgemeinschaft Dietenheim und Regglisweiler erst einmal Geschichte. „Die Tür ist aber mit Sicherheit nicht zu“, reicht Merkle den Regglisweilern weiterhin die Hand. Man will nun auf Dietenheimer Seite sehen, ob die Regglisweiler es schaffen, Strukturen in der Abteilung Fußball aufzubauen, die dann gemeinsam mit den Dietenheimern an einem Strang ziehen. Dann könnte das Kapitel SGM neu aufgeschlagen werden. Merkle betonte zudem noch, dass man keinen Regglisweiler Kicker vergraulen möchte. Diese sind natürlich herzlich eingeladen, weiterhin in Dietenheim unter den bekannten Voraussetzungen zu spielen.

Sponsoren

Anmelden